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Georg Diederichs (1900-1983)


Mitglied des Parlamentarischen Rates und Ministerpräsident von Niedersachsen
geb. am 2. September 1900 in Northeim, gest. am 19. Juni 1983 in Hannover
Corps Hercynia Göttingen (heute Teutonia-Hercynia) im KSCV

Georg Diederichs war von 1961 bis 1970 Ministerpräsident von Niedersachsen. Zuvor war er 1948 bis 1949 als Mitglied des Parlamentarischen Rates maßgeblich an der Ausarbeitung des Grundgesetzes beteiligt gewesen.
Während seines Studiums von Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften in Göttingen trat Georg Diederichs dem Corps Hercynia bei (bei dem er neunzehn Mensuren focht). Er wurde zuerst bei der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) aktiv, bevor er im Jahre 1930 der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) beitrat. Zur Zeit des Nationalsozialismus war er als Regimegegner mehrere Monate im Konzentrationslager Esterwegen inhaftiert, da er andere Sozialdemokraten und Corpsbrüder unterstützt hatte.
Nach dem Krieg wurde Diederichs – als vom Nationalsozialismus Unbelasteter – Bürgermeister seiner Heimatstadt Northeim am Harz, bevor er 1947 als Abgeordneter in den niedersächsischen Landtag einzog. 1957 wurde er Sozialminister, bevor er nach dem Tod des amtierenden Ministerpräsidenten schließlich 1961 selbst zum Ministerpräsidenten gewählt wurde. Dieses Amt bekleidete er als Kopf einer sozialliberalen Koalition bis 1970.
Georg Diederichs war Ehrenbürger seiner Geburtsstadt. Die Stadt Göttingen stiftete ihm zu Ehren im Jahre 2004 eine Gedenktafel am Haus des Corps Teutonia-Hercynia, die durch seine Witwe enthüllt wurde.
Ein bekanntes Zitat von Georg Diederichs lautet: „Soll der große Wurf gelingen, müssen beide Flügel schwingen“. Mit „Flügel“ sind hierbei die beiden Parteiflügel der SPD gemeint.

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