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Ferdinand Tönnies (1855-1936)
Soziologe, Nationalökonom und Philosoph
geb. am 26. Juli 1855 in Riep bei Oldenwort (Schleswig), gest. am 11. April 1936 in Kiel
B! Arminia auf dem Burgkeller, Jena
Ferdinand Tönnies, geboren am 26. Juli 1855 in Riep bei Oldenwort (Schleswig) als Sohn eines Marschbauern und gestorben am 11. April 1936 in Kiel, gehörte seit 1872 der Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller an. Er war Soziologe, Nationalökonom und Philosoph.
Ab 1872 studierte Tönnies Philosophie und Geschichte in Jena, Leipzig, Bonn, Berlin und Tübingen. 1877 wurde er in Tübingen zum Dr. phil. promoviert. 1887 hielt er sich in England zu Studien über Hobbes auf. 1881 folgte die Habilitation zum Dr. phil. habil. in Kiel. Von 1878 bis 1879 war er Mitglied des Statistischen Büros, 1909 dann Gründer und von 1909 bis 1933 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.
Tönnies war von 1913 bis 1916 als Professor für wirtschaftliche Staatswissenschaften in Kiel tätig. 1921 erhielt er in Hamburg die Ehrendoktorwürde (Dr. iur. h. c.), 1927 in Bonn (Dr. rer. pol. h. c.). Schon früh warnte er, auch publizistisch, vor dem Nationalsozialismus. Tönnies verlor 1933 seine Lehrbefugnis, im Rahmen des „Berufsbeamtengesetzes“ unter Verlust der Bezüge Entlassung aus dem Beamtenverhältnis. Er war Mitglied zahlreicher ausländischer soziologischer Gesellschaften und Institute.
Tönnies gilt als Mitbegründer der Soziologie als wissenschaftliche Disziplin in Deutschland sowie als bahnbrechender Hobbesforscher. Die beiden Zentralbegriffe seines Hauptwerkes „Gemeinschaft und Gesellschaft“ (1887) stehen für die soziologische Unterscheidung zwischen „Wesen-“ und „Kürwillen“ bzw. naturhaft-organischen und zweckgerichteten Verbänden.
Text: Peter Kaupp
Literatur:
Ferdinand Tönnies, Gesamtausgabe, Berlin seit 2006.
Peter Kaupp, Frühe Prägungen. Aus den Erinnerungen des Soziologen Ferdinand Tönnies an seine Studentenzeit in Jena, in: DuQ 15 (1995), S. 246 – 268.
Uwe Carstens, Ferdinand Tönnies, Norderstedt 2005.


